Ich freue mich, wenn ihr mein spannendes, grosses Abenteuer auf dem Pazifischen Ozean ein wenig mit mir auf meiner Homepage,
welche René für mich gestaltet hat, teilen möchtet.
Die Reise führte uns durch die Gesellschafts- und Tuamotu-Inseln in Französisch Polynesien, und von dort über die Cook-Inseln, Niue, die Tonga-Inseln und das Minerva Reef nach Neuseeland.
Dort sind wir die abwechslungsreiche Ostküste von Opua im Norden bis Dunedin, in der Provinz Otago auf der Südinsel, hinunter gesegelt.
Im Ganzen haben wir mit der S/Y 'Ata'Ata 5000 Seemeilen zurückgelegt, entlang welchen wir 45 Häfen und Ankerplätzen besucht haben.
1. August
Wir beflaggen unser Schiff zum Nationalfeiertag und die Nachbarn wundern sich, warum wir die Flaggen aufgezogen haben. Stolz erklären wir den Schweizer Geburtstag und erklären die Bräuche und Gewohnheiten, welche jeweils in der Schweiz anlässlich dieses Tages gefeiert werden.
7. August
Mit Alison, Philippe ist krank, er hat sich eine kleine Grippe eingefangen, fahren wir vor Tagesbeginn zur Insel Taha'a, wo wir im Korallengarten schnorcheln gehen. Bei Bilderbuchsegelwetter können wir einen herrlichen Tag mit einem feinen Picknick auf dem Schiff erleben. Alison freut sich sehr über den Ausflug mit uns und sie ist, wie wir beim ersten Mal, erstaunt über die vielen Korallen und Fische, die es zu bewundern gibt. Auch wir schnorcheln und immer gibt es wieder etwas unter Wasser zu entdecken, was wieder neu ist. Bei einem wunderbaren Sonnenuntergang kehren wir müde zurück nach Raiatea, wo uns Philippe mit einem feinen Abendessen überrascht.
9. August
Claudie lädt Claire, Alison und mich zum Kaffe mit Kuchen ein. Zum Glück hat sie erwähnt, dass sie drei Kuchen zubereitet hat, so habe ich am Mittag nur ein Yoghurt gegessen. Natürlich mussten wir alle Kuchen probieren, jeder schmeckte vorzüglich: Schokoladekuchen, Nusskuchen und Aprikosenfladen. Wir hatten es sehr lustig und am Schluss hat uns Claudie die restlichen Kuchen für unsere Männer eingepackt. Den besten jedoch (Schokoladekuchen) haben wir für uns aufbewahrt, man kann ja nicht alles den Männern überlassen!
10. August
Wir können mit dem Auto unserer Nachbarn zusammen mit Alison und Philippe die Inselrundfahrt in Raiatea unternehmen. Die Umgebung ist sehr hübsch, viele Palmen sind am Meer entlang gepflanzt, viele Blumen und Pflanzen sind zu sehen. Gemächlich fahren wir den kleinen Dörfchen, bei wenig Verkehr, entlang. Die Strasse rund um die Insel ist sehr gut ausgebaut. Bei der Kultstätte Marae Taputaputea bei Opoa im Südosten der Insel machen wir einen Halt und besichtigen die Ruinen und beschriebenen Bäume.
Danach fahren wir zu einer kleinen Snackbude, wo wir etwas essen. Unterwegs sehen wir viele Kokosnüsse, welche geöffnet, getrocknet, das Wasser und das Fleisch entfernt und danach verbrannt werden. Viele Inselbewohner leben vom Fischfang und von den selbst angepflanzten Früchten, die hier wegen des Klimas sehr schnell wachsen. Das Leben auf Raiatea ist sehr gemächlich, natürlich auch wegen des immer warmen Klimas.
11. August
Philippe und René richten die Beiboote, um zum Riff zu fahren, wo wir schnorcheln werden. Ich habe viele Seeigel-Griffel gesammelt und ein paar Porzellanmuscheln gefunden, welche ich für Ketten und Bastelsachen verwenden kann. In einer kleinen Höhle haben wir eine Muräne, deren Bisse Infektionen verursachen können, entdeckt. Ein kleiner Fisch war in ihrem Mund, um ihre Zähne zu reinigen, wir haben diesem Schauspiel lange zugeschaut. Sie hat sich sehr gut getarnt und es war ein Zufall, dass wir sie entdeckt haben.
13. August
Da wir mit Alison den letzten Abend in Raiatea verbringen möchten, fahren wir zum Motu in der Nähe und setzen unseren Anker. Philippe kommt mit seinem kleinen Beiboot zu uns und wir schnorcheln gemeinsam im türkisblauen Meer, wo wir einen Kofferfisch, Remoras und ein paar Trompetenfische beobachten können. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang koche ich Spaghetti mit Pesto-Sauce, und wir trinken einen feinen Wein dazu. Als Dessert hat uns die Stegnachbarin einen Schokoladekuchen gebacken, den wir genüsslich verspeisen. Alison und Philippe fahren wieder zurück zur Marina und René und ich übernachten in der Lagune, wo wir die Sterne und den Mond beobachten, bevor wir schlafen gehen. Da wir Alison verabschieden möchten und zum Mittagessen eingeladen sind, machen wir unser Schiff bereits morgens um 06.00 Uhr klar, um mit dem Motor zur Marina zurück zu kehren.
Ungern verabschiede ich mich von Alison, welche uns aber eingeladen hat, sie in Neuseeland zu besuchen.
18. August - 3. September
Unsere erste grosse Reise zu den Tuamotus, 77 flache, maximal 3 Meter über den Meeresspiegel hinausragende Atolle.
Mit gehissten Segeln fahren wir in Richtung Huahine. Das Wetter ist traumhaft, die Farben des Meeres eindrücklich. Während ich in der Nacht schlafe ist René wach und überwacht das Schiff. Mit Auto- und Windpilot und vielen anderen technischen Hilfsmitteln kann jedoch auch ein Kapitän ab und zu ein wenig schlafen.
Trotzdem muss er für anfallende Probleme aufmerksam bleiben. So segeln wir, während zweieinhalb Tagen Richtung Tikehau, wo wir vor einem Motu, welches das Riff bildet, unseren Anker setzen. Auf dem Motu steht ein wunderbares Hotel auf Pfählen, da sind paradiesische Ferien vorprogrammiert.
Wir geniessen in der Abenddämmerung einen feinen Spargelrisotto, dazu genehmigen wir uns ein Gläschen Wein, welch ein schönes Ankommen! Wir bleiben zwei Tage vor Anker, geniessen das Schwimmen und Schnorcheln im Wasser, wir entdecken wiederum eine kleine Muräne und sammeln viele Muscheln.
Weiter segeln wir zur Vogelinsel, wo wir schon von weitem viele Vögel am Himmel bewundern können: Tölpel, kleine und grosse Fregattvögel, weisse Seeschwalben und hübsche Haubenseeschwalben leben hier. Wir laufen um die Insel und beobachten wie Tausende Vögel auf ihren Nestern sitzen und ihre Eier bewachen.
Lustig wie sie plötzlich aus einem Baum hervor gucken. Am Abend bei einem wunderbaren Sonnenuntergang können wir sehen, wie immer mehr Vögel zur Insel fliegen, sie bringen Blätter für den Nestbau zurück. Wie wir Menschen kehren sie am Abend in ihr zuhause zurück.
Bei herrlichem Wetter segeln wir zum Motu "Hiraumaine", wo wir dem weissen Sandstrand entlang zum Riff laufen.
Vor dem Riff im seichten Wasser sichten wir drei Schwarzspitzriffhaie, und viele kleine schwarze und neonfarbige Fische. Auf einem kleinen, in der Nähe liegenden, einsamen Inselchen geniessen wir die Abendstimmung. Am nächsten Morgen befreit René mit dem Schwamm den Schiffsrand von Algen und Muscheln.
Ich bin beschäftigt mit dem Auskochen der gesammelten Muscheln, da diese teilweise noch lebende Tierchen beheimaten. Nach dem Kochen können die Tiere problemlos entfernt werden, nur bei den ganz kleinen Schnecken ist es sehr schwierig, das Innenleben zu entfernen. Ich versuche es mit Zahnstocher, Nadeln, Pinzette und Häckchen, doch es will mir nicht gelingen. Wir beschliessen, die Muscheln in einen dichten Plasticsack zu stecken und auf der Heckplattform zu lagern. Bei der nächsten Gelegenheit, bei der wir Internetempfang haben, werden wir die entsprechende Information suchen.
Am nächsten Tag segeln wir weiter zum Dörfchen, wo wir am Hafen anlegen. Wir kaufen etwas Proviant ein (Brot und Pizza in der Bäckerei und Lebensmittel in einem kleinen Laden).Bei einer Familie kaufen wir Kokosnüsse, welche sofort geöffnet werden, damit wir diese austrinken können.
Sie laden uns auf ihren Sitzplatz ein, holen Gitarre und Ukulele hervor und spielen für uns ein paar polynesische Lieder. Wir freuen uns an der angenehmen Gesellschaft. Tikehau lebt vom Tourismus, von ihren Früchten vor Ort und vom Fischfang. Die Kinder besuchen die Schule bis zum 12. Lebensjahr, danach besuchen sie das Gymnasium in Rangiroa, wo sie jeweils während drei Monaten bis zu ihren Ferien verbringen, bevor sie für einen Monat zurück zu ihren Familien kommen. Wir laufen bis zum Flughafen, wo pro Tag ein Flugzeug, am Sonntag zwei Flugzeuge ankommen. Den Weg säumen viele Bananenbäume, Blumen und Kokosnusspalmen.
Nach zwei weiteren Tagen vor Anker vor der Vogelinsel segeln wir weiter nach Tahiti. Wir kommen im riesigen, mitten in der Stadt, seit einem Jahr neu gebauten Hafen an. Uns gegenüber liegen die Yachten Dragonfly und die Vertigo, zwei Schiffe, welche mehrere Millionen Franken kosten. In einer Roulotte genehmigen wir uns einen Hamburger mit Pommes frites. Am nächsten Morgen treffe ich das Patenkind meiner Freundin, mit der ich während acht Monaten als 22-jährige in den USA, Kanada und Mexiko unterwegs war. Melanie kommt auf das Schiff und wir plaudern ein wenig, bevor wir die grosse Markthalle von Papeete besuchen. Melanie, welche seit sieben Jahren in Tahiti lebt, ist eine aufgestellte, junge Frau.
Nachdem wir in Papeete eine Kleinigkeit zu Mittag essen, geniessen wir den Nachmittag mit Bummeln und Einkaufen. Bei gutem Wind und tollem Wetter segeln wir weiter nach der wunderschönen Insel Mo'orea, wo wir in der Bucht Opunohu ankern. Ein atemberaubender Blick auf die Vulkangipfel und die üppige Vegetation erwartet uns hier.
Mit unserem Beiboot fahren wir an Land, wo wir das kleine Dörfchen Papetoai besichtigen, dort befindet sich die älteste protestantische Kirche im gesamten pazifischen Raum.
In einem der drei kleinen Dorfläden kaufen wir ein paar Esswaren ein und fahren weiter zum Hilton Hotel, wo wir einen Apéro trinken. Den Nachmittag geniessen wir auf dem Schiff mit Schwimmen und einem gemütlichen Abendessen. Bei einem tollen Sonnenaufgang mit Blick auf die Berge verbringen wir auch noch den Morgen vor Anker, um dann am Nachmittag gemütlich weiter Richtung Raiatea zu segeln.
Während ca. 20 Stunden sind wir unterwegs und stellt euch vor, mit einem Faden, welchen wir oberhalb der Heckplattform befestigen, fängt René einen 72 cm langen Bonito, (ähnlich wie ein Thunfisch) welchen wir natürlich gerne mit unseren Stegnachbarn teilen. Claire, aufgewachsen in den Australinseln, zückt das Messer und zerkleinert den Fisch in kleine Stücke, die danach feierlich aufgeteilt werden.
September 2016
12. September
Wir sind wieder einmal eingeladen bei meiner Yoga- und Tanzlehrerin und ihrem Mann. Er holt uns in der Marina ab und wir verbringen einen gemütlichen Abend in ihrem wunderschönen Haus. Sie verwöhnt uns als Vorspeise mit rohem Fisch in feinen Kräutern eingelegt und einem wunderbaren Rindsgulasch mit Champignons, welche sie mit Tomaten eingekocht hat auf einem grünen Salat. Danach serviert sie uns verschiedene Käse, und wir verspeisen meinen mitgebrachten Fruchtsalat als Dessert. Am nächsten Tag laufe ich zum Schwimmbad, um ihrer Lektion im Ukulele-Spielen beizuwohnen. Meine Yogakollegin, Barbara, nimmt auch an ihren Kursen teil. Da wir jedoch bald einmal weiter segeln werden, sehe ich davon ab, jetzt auch noch Ukulele zu lernen, obwohl es mich schon noch irgendwie gereizt hätte, aber man kann nicht alles machen.
17. September
Um unsere Dieselkanister vor der Sonne zu schützen schneidet René Stoff zu, welchen ich von Hand vorbereite, um von unserer Schiffsnachbarin, welche eine Singer-Nähmaschine an Bord hat, zu nähen. Der Stoff ist sehr dick, und so brechen zwei meiner Nähnadeln kurz nach Beginn der Arbeit ab. Aber dann klappt es doch noch, und ich kann die zwei Teile meiner Nachbarin zum Nähen übergeben.
Meine super tolle Bernina-Maschine wäre jetzt sicherlich zum Einsatz gekommen, aber nun ja, man kann auf einem kleinen Schiff nicht alles haben!
24. September
Ich nähe für unser Besteck eine kleine Tasche, um beim Segeln dieses nicht immer verstauen zu müssen. In Raiatea habe ich einen hübschen Stoff mit einer Tiare (Blume) gefunden. René befestigt die Tasche mit Schrauben, damit sie beim Seglen nicht umherfliegt. Es erfordert immer viel Improvisationstalent, um Verbesserungen auf dem Schiff vorzunehmen.